

Ob Cobots, KI-gestützte Qualitätsprüfung oder mobile Roboter in der Intralogistik. Dieser Artikel zeigt die wichtigsten Robotik-Trends, typische Einsatzfelder und wie mittelständische Unternehmen pragmatisch starten können, ohne gleich ihre gesamte Produktion umzubauen.
Lange galt Robotik als Thema für Großkonzerne – hohe Investitionen, komplexe Planung und lange Projektlaufzeiten waren typische Hürden. Heute sieht das anders aus: Robotiklösungen sind modularer, leichter zu integrieren und finanziell besser kalkulierbar. Für mittelständische Unternehmen bedeutet das: Automatisierung ist nicht mehr „nice to have“, sondern ein realer Hebel gegen Kostendruck, steigende Qualitätsanforderungen und den zunehmenden Fachkräftemangel.
Kollaborative Roboter (Cobots) zählen zu den wichtigsten Treibern im Mittelstand. Sie können häufig ohne Schutzzäune betrieben werden, lassen sich intuitiv programmieren und sind ideal für wechselnde Produktionsumgebungen. Besonders geeignet sind sie für Montage, Verpackung, Maschinenbestückung oder einfache Handhabungsaufgaben. Der Vorteil: Cobots entlasten Mitarbeitende bei repetitiven Tätigkeiten und erhöhen gleichzeitig die Prozessstabilität.
Ein zweiter, schnell wachsender Trend ist der Einsatz von Kamerasystemen und KI. Robotik wird dadurch „sehen“ und in Echtzeit reagieren können: Fehlteile erkennen, Bauteile automatisch positionieren, Oberflächen prüfen oder Toleranzen dokumentieren. Gerade im Mittelstand – mit vielen Varianten und kleinen Losgrößen – ist das entscheidend. Statt starrer Automation entsteht eine flexible Lösung, die auch bei häufigen Produktwechseln wirtschaftlich bleibt.
Autonome mobile Roboter (AMR) und fahrerlose Transportsysteme (FTS) übernehmen zunehmend Transport- und Versorgungsaufgaben in Lager und Produktion. Sie fahren Material zum Arbeitsplatz, transportieren Teile zwischen Maschinen oder stellen Verpackungseinheiten bereit. Das reduziert Laufwege, steigert Durchsatz und entlastet Mitarbeitende in Zeiten knapper Ressourcen – oft ohne aufwendige Infrastruktur wie Schienensysteme.
Mittelständische Unternehmen denken Automatisierung immer stärker in Etappen: nicht die komplette Fabrik auf einmal, sondern einzelne Prozesse mit klarem Nutzen. Standardisierte Schnittstellen, schnellere Inbetriebnahme und planbare ROI-Rechnungen machen den Einstieg leichter. Wer klein startet und konsequent skaliert, senkt Risiken und baut internes Know-how auf.
Starten Sie mit einem „Pilotprozess“: Wählen Sie einen klar abgegrenzten Arbeitsschritt mit hoher Wiederholrate (z. B. Maschinenbestückung oder Verpackung). Legen Sie vorab messbare Ziele fest – etwa Taktzeit, Ausschussquote oder Ergonomie – und skalieren Sie erst nach einem erfolgreichen Proof-of-Concept.
Dieser Artikel erschien zuerst auf der Website der all about automation.